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Aktuelle Gedanken

Gedanken zur Woche, 20.01.2021

Festfreude

Pfarrer Bernd Töpfer, Marktheidenfeld

Am vergangenen Sonntag war die Geschichte von der „Hochzeit zu Kana“ (Johannesevangelium Kapitel 2) zu predigen dran. Da aus Infektionsschutzgründen die Präsenz- Gottesdienste bei uns momentan abgesagt sind, habe ich die Predigt als Hördatei in unsere Homepage stellen lassen (marktheidenfeld-evangelisch.de/online-Andachten und Gottesdienste). Ein paar Gedanken daraus:

Feste sind Höhepunkte im Leben: Hochzeiten, runde Geburtstage, Jubiläen oder berufliche Erfolge. Man teilt die Freude, besiegelt die Freundschaft, pflegt die Gemeinschaft …
Wie schwer es fällt, auf Feste zu verzichten, haben Sie vielleicht schon erlebt, als sie mal kurzfristig krank wurden und absagen mussten. Aktuell ist es wegen der Ausgangsbeschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie ja leider auch nicht möglich, miteinander zu feiern. Das betrifft Gottesdienste aber auch Familienfeiern oder einfach das Treffen mit Freunden. Und das schmerzt. Wir sehnen uns nach Gemeinschaft, nach ungetrübter Fröhlichkeit, nach Freiheit – auch beim Feiern. Die Sehnsucht nach Fröhlichkeit bleibt unbefriedigt, der Hunger nach Freude ungestillt. Leben ohne Freude wird fade und schal.
Dass die Freude und die Fröhlichkeit wegbleibt, davor hat jeder Gastgeber Angst, dass niemand da ist, der die Stimmung aufrecht erhält.
Von so einer Panne berichtet uns die Geschichte von der Hochzeit zu Kana, zu der Jesus eingeladen war. Eine Hochzeit war damals tatsächlich eine „Hoch-Zeit“, nicht nur für das Brautpaar und die beiden Familien, sondern für das ganze Dorf. Und plötzlich geht der Wein aus, die Stimmung droht – obwohl alle Gäste präsent beisammen waren – zu versanden, die Freude war plötzlich weg, – und das wird hier im Evangelium exemplarisch an dem Symbol: „Wein“ verdeutlicht: Der Wein ist plötzlich aus!
Und Jesus verwandelt daraufhin sechs große Krüge (mit je 120 Litern) voll Wasser in Wein. Dies ist nicht als magisches Wunder zu verstehen sondern als Zeichenhandlung. Was vordergründig als eine „notfallmäßige Beschaffung von Wein für eine Feier“ aussieht, hat eine tiefgründige zeichenhafte Bedeutung: Es geht um Wein. „Wein“ ist im Alten Testament und auch zur Zeit Jesu das schönste Geschenk aus der Natur, das Köstlichste, was Gott seinen Menschenkindern schenkt. Das können wir Franken bei unseren wunderbaren Frankenweinen auch gut nachvollziehen. „Wein“ ist durchgehend in der Bibel ein Symbol für „Freude”. Wenn bei einer Hochzeit der Wein ausgeht, ist das bezeichnend für das Leben auch im übertragenen Sinn: Der Wein ist ausgegangen: Das heißt: In unserem Leben ist die echte Freude verloren gegangen. Selbst in die schönste Feier mischt sich Betrübnis und so ganz leicht will unser Herz eigentlich nie werden; und in Corona-Zeiten schon gleich gar nicht: Da ist das Fest in uns ist verstummt. Jesus möchte, dass Menschen feiern können und er möchte auch, dass wir Freude haben in unserem Leben, und zwar nicht die gekaufte oder erzwungene Freude, auch nicht das alberne Fröhlich-Sein, das durch zu viel Alkoholkonsum kommt, sondern die echte Freude.
Darum, so wie Jesus das Wasser in Wein verwandelt, so will er das Wasser unserer Tränen und auch unsere verwässerten Vergnügungen in wahre Freude verwandeln. Wenn der Wein ein Symbol für „Freude” ist, dann heißt das doch: „Wo Jesus Christus wirkt, da gibt es Freude in unbeschreiblicher Menge. Randvoll sind die Krüge.
Jesus lädt uns ein: „Schöpft aus dem Evangelium, schöpft aus der frohen Botschaft, schöpft aus der Freude, die Gott uns mit Jesus Christus macht, schöpft daraus, ihr erschöpften Menschen und prüft die Qualität dieser froh machenden Botschaft, dieser Freude.“ Der Speisemeister damals jedenfalls stellte fest: Der neue Wein hat tatsächlich eine ausgezeichnete Qualität, er übertrifft bei weitem alles bisher Angebotene. Wenn wir Jesus Christus in unserem Leben „mitfeiern“ lassen, dann rettet das nicht nur eine Feier, sondern dann rettet das unser ganzes Leben.

Und das verschafft uns Lebensfreude, schon hier und heute. – und das wünsche Ich Ihnen.

Pfarrer Bernd Töpfer, Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Marktheidenfeld.

Wenn wir jetzt beieinander wären und singen dürften, würden wir vielleicht dieses Lied miteinander singen. Wenn Sie es kennen, dann singen oder summen Sie es doch einfach heute immer wieder mal vor sich hin. Es wird Ihren Tag verändern:

Unser Leben sei ein Fest,
Jesu Geist in unserer Mitte,
Jesu Werk in unseren Händen,
Jesu Geist in unseren Werken.
Unser Leben sei ein Fest,
so wie heute an jedem Tag.

Nachdem in der Adventszeit unsere täglichen 3-Minuten-Andachten am Telefon so gut angenommen wurden, haben wir das Format etwas verändert und bieten jetzt alle 3 Tage neu eine 6-Minuten Andacht an unter der Nummer 09391 – 60 99 8 34

Übrigens: Die jeweils aktuellen Gedanken zur Woche können auch auf unserer Homepage www.marktheidenfeld-evangelisch.de gelesen und heruntergeladen werden. Die Andachten der letzten Jahre zu den verschiedenen Themen finden Sie unter „Archiv“, – für den Fall, dass Sie selbst einmal eine Andacht halten wollen.