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Aktuelle Gedanken

Gedanken zur Woche, 30.06.2021

Musik ist die Sprache des Himmels“

Pfarrer Bernd Töpfer, Marktheidenfeld

– so heißt es – eine Sprache, die bereits auf Erden angewandt werden darf.“ In der Bibel lesen wir auf den ersten Seiten, wie Menschen mühselig, elend und verzagt ihr Leben fristeten nachdem sie aus dem Paradies vertrieben worden waren.
Den Schöpfer rührte der Anblick seiner Menschenkinder, und so ließ er sich etwas Neues für sie einfallen: „Da gab Gott einem Menschen die Musik ins Ohr“. In 1. Mose 4,21 wird von einem Mann berichtet, von dem alle Gitarren- und Flötenspieler herstammen, also die ersten bekannten Musikanten, ein Nachkomme von Adam und Eva, ein Ururururenkel von Kain. Sein Name war Jubal. Dieser ist der eigentliche (Er-) Finder der Musik. Er dachte sich Instrumente und Melodien aus, um Menschen zu trösten und zu erfreuen. Dadurch hat uns Jubal – in seinem Namen steckt ja schon das Wort „Jubel” drin – bis heute ein Stück vom Paradies gerettet.
Einige Kapitel später wird von dem Hirtenjungen David berichtet, der durch sein Harfe-Spiel den depressiven König Saul trösten konnte. Die Bibel erzählt uns, wie das alttestamentliche Gottesvolk diese „Trösterin Musik“ stark in Anspruch nahm: Es tanzte und sang zu jeder Gelegenheit.
Die Gläubigen wussten: Musik verbindet uns mit Gott. „Singet dem Herrn ein neues Lied”, so werden auch wir in mehreren Psalmen aufgefordert (z.B. Ps. 96 oder 98 …). Sie sind voll vom Lobpreis Gottes. Die ursprünglichen Instrumente Gitarre und Hirtenflöte hatten sich weiter entwickelt: Ein ganzes Orchester stand nun zur Verfügung. Als „Großes Halleluja“ gibt der 150. Psalm einen kleinen Eindruck:
Halleluja, preist den Herrn! Preist Gott in seinem Heiligtum! Lobt ihn, den Mächtigen im Himmel! Lobt ihn, denn er tut Wunder, seine Macht hat keine Grenzen! Lobt ihn mit Trompetenschall, mit Harfe und Laute! Lobt ihn mit Trommeln und Freudentanz, mit Flöten und Saitenspiel! Lobt ihn mit klingenden Zimbeln, preist ihn mit schallenden Becken! Alles, was atmet, soll den Herrn rühmen! Halleluja!”
Ich habe in den vergangenen 24 Jahren, in denen ich jetzt Pfarrer der Evangelischen Kirchengemeinde in Marktheidenfeld war, unwahrscheinlich viel und gerne gesungen in Gottesdiensten, mit Konfirmanden, auf Familien- und Kirchenvorsteherfreizeiten und natürlich auch privat in der Familie…

Ab 1. Juli 2021 bin ich nun auf eine neue Stelle als Pfarrer und operativer Direktor des Windsbacher Knabenchores berufen worden. (Windsbach liegt etwa 30 km süd-westlich von Nürnberg).
Der Chor hat gleich in der Präambel seiner Satzung: „Der Windsbacher Knabenchor nimmt Teil am Verkündigungsauftrag der Kirche. Er soll als ein Spitzenchor der Evangelischen Kirche und als herausragender Kulturträger für die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern stehen“. – Ja tatsächlich lassen sich viele Menschen durch geistliche Musik ansprechen und für den Glauben gewinnen. Ich freue mich sehr auf die neue Aufgabe der Leitung dieser Einrichtung und des Internates. Vielleicht wissen Sie ja aus Ihrer Familie oder dem Freundeskreis einen begabten, sangesfreudigen Jungen, der sich auf das Abenteuer eines Weltklasse-Chores einlassen möchte. Wenden Sie sich bitte an mich, wenn ich Empfehlungen weitergeben kann, oder Sie schauen mal auf die Homepage: https://windsbacher-knabenchor.de/

Der Windsbacher Knabenchor feiert in diesem Jahr sein 75jähriges Bestehen. Foto: Mila Pavan / WKC

Ich hoffe, dass jetzt nach langen Beschränkungen durch die Corona-Pandemie alle Kulturträger bald wieder fröhlich und befreit singen können zum Lobe unseres Gottes. Und das wünsche ich auch Ihnen, liebe Leserin, lieber Leser, ganz privat oder besser noch in Gemeinschaft.
So verabschiede ich mich nun nach rund 1200 Andachten hier im Anzeigenblatt. Ich möchte mich ganz herzlich bedanken für Ihre treue Leserschaft, für viele Rückmeldungen, für alle guten Worte der Ermutigung… Ab nächster Woche werden dann verschiedene Pfarrerinnen und Pfarrer aus der Region abwechselnd ihre Gedanken und Anliegen in Worte fassen und an dieser Stelle veröffentlichen. Ich bitte Sie, halten Sie dieser Rubrik die Treue.

Ich wünsche Ihnen für dieses Wochenende solche Oasen der Stille.

Pfarrer Bernd Töpfer, Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Marktheidenfeld.

Übrigens: Die Andachten der letzten Jahre zu den verschiedenen Themen finden Sie unter „Archiv“, – für den Fall, dass Sie selbst einmal eine Andacht halten wollen.