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Aktuelle Gedanken

Gedanken zur Woche, 05.05.2021

Waterloo

Pfarrer Bernd Töpfer, Marktheidenfeld

Haben Sie, liebe Leserin, lieber Leser schon einmal ihr persönliches Waterloo erlebt? Gemeint ist eine vernichtende Niederlage, aus der man sich kaum noch erholen kann. Der Ausspruch „(s)ein Waterloo erleben” geht auf die letzte Schlacht der Befreiungskriege zurück, die im Frühsommer 1815 südlich der belgischen Stadt Waterloo stattfand. Eine Allianz aus britischen, niederländischen und deutschen Truppen kämpfte unter der Führung des Herzogs von Wellington gegen Napoleon I und dessen französische Armee. Napoleon erlebte hier sein später sprichwörtlich gewordenes Waterloo, seinen Untergang. Es wird berichtet, dass das Ergebnis der Schlacht von Waterloo durch ein System von Lichtsignalen vom französischen Festland aus nach England übermittelt wurde. Die Beobachter auf der Klippe der Kreidefelsen von Dover sahen das Signal und entzifferten: „ W E L L I N G T O N B E S I E G T “. Da sank ihnen das Herz in die Hose. Verzweifelt schrien sie auf. Doch plötzlich kamen noch mehr Signale von der anderen Seite des Ärmelkanals. Eifrig entschlüsselten sie weiter: „D E N F E I N D”: „Wellington besiegt den Feind!” Die scheinbare Niederlage wandelte sich plötzlich in einen Sieg, und die Männer jubelten laut.
Warum erzähle ich Ihnen das? Weil das genau die Situation für uns Christen nach Ostern ist. Wir stehen quasi an der anderen Seite des Meeres und entschlüsseln die Nachricht, die uns übermittelt wird. Viele Menschen nehmen nur den ersten Teil der Botschaft wahr und hören dann weg: „Jesus Christus besiegt”. Das ist ja auch augenscheinlich: Mit dem Kreuzestod Jesu ist alles aus. Eine Tragödie: Ein menschliches Leben voll bewundernswerter Ideale ist an der Brutalität dieser Welt gescheitert. Das war’s dann wohl… – Die grundlegende Lebenseinstellung solcher Menschen ist darum oft traurig, missmutig und aggressiv.
Doch die Botschaft geht weiter! Es lohnt sich, dranzubleiben. Es lohnt sich die Botschaft weiter durchzubuchstabieren: „Jesus Christus besiegt den Tod “. Gut, dass nach dem Karfreitag der Ostersonntag kommt. Gut, dass die Licht-Signale weiter gehen. Jesus ist stärker als der Tod. Durch seine Auferstehung besiegt Jesus Christus den Tod letztgültig. Er hat die letzte Befreiungsschlacht für uns geschlagen. Darum gibt es seit Ostern auch eine neue Hoffnung für uns: Die Hoffnung, dass mit dem Tod eben nicht alles aus ist, sondern, dass Jesus uns auferwecken wird, wie er von Gott auferweckt wurde. Der Tod hat nur vorübergehend Macht über uns. Durch Jesus Christus stehen wir jetzt schon auf der Seite des letztgültigen Siegers. Das ist Ostern! Jesus hat es uns versprochen (Johannesevangelium 14,19): „Ich lebe, und ihr sollt auch leben”.

Das wünsche ich Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, ich wünsche Ihnen dass Sie diese Spuren des neuen Lebens in Ihrem Leben neu erleben.

Pfarrer Bernd Töpfer, Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Marktheidenfeld.

Ich darf hinweisen auf das Angebot des Evangelischen Dekanats, wo wir mit mehreren Kollegen/innen 3 x in der Woche Andachten am Telefon aufsprechen. Einfach anrufen unter der Nummer 09352 – 606 99 15. Weitere digitale Erlebnisse finden Sie auf unserer Homepage unter marktheidenfeld-evangelisch.de

Übrigens: Die jeweils aktuellen Gedanken zur Woche können auch auf unserer Homepage www.marktheidenfeld-evangelisch.de gelesen und heruntergeladen werden. Die Andachten der letzten Jahre zu den verschiedenen Themen finden Sie unter „Archiv“, – für den Fall, dass Sie selbst einmal eine Andacht halten wollen.